Sind wir süchtig nach Zucker?

Vielleicht ein bisschen 🙂 In drastischen Medienbeiträgen und vielen neuzeitlichen Büchern wird Zucker teilweise auf ​die gleiche Stufe ​wie Alkohol und Nikotin gestellt und behauptet, man könne bei hohem Konsum eine „Zuckersucht“ entwickeln.

Der Körper braucht Zucker... aber in welcher Form?

Zur Erinnerung: Kohlenhydrate ist ein Überbegriff für verschiede Zuckerarten wie Stärke, Fruchtzucker, Milchzucker und Kristallzucker. Ja es stimmt, dass unser Körper Energie in Form von Kohlenhydraten braucht. Alleine das Gehirn ist auf 140 g Glucose (Traubenzucker) pro Tag angewiesen, sonst kann es nicht funktionieren. Es bringt also gar nichts Kohlenhydrate völlig aus dem Leben zu verbannen. Die benötigte Glucose muss aber nicht vom süssen Zucker stammen, denn Stärke wird bei der Verdauung zu Glucose abgebaut und auch aus Eiweiss kann der Körper Glucose herstellen.

Generell geht es darum, eine ausgewogene Balance zu erreichen und dem Körper soviele ​​Nährstoffe ​der richtigen Sorte zur Verfügung zu stellen die er braucht - aber eben auch nicht viel mehr. 

Macht Zucker tatsächlich süchtig?

Warum fällt es oft nur so schwer, die Lust auf Süsses auf ein gesundes Mass zu begrenzen? Löst Zucker im Gehirn ähnlich wie Suchtmittel (z.B. Alkohol oder Nikotin) biochemische Prozesse aus, die es fast unmöglich machen dem Drang zu widerstehen? ​Hierzu gibt es ganz unterschiedliche Meinungen: Den Begriff „Zuckersucht“ verwenden die meisten Ernährungsexperten nach aktuellem Wissenstand nicht. Der Verzicht auf Zucker löst keine körperlichen Entzugserscheinungen aus und​ im Gegensatz zum Drogenkonsum ist Essen ​eine notwendige Lebensgrundlage.

Ähnlich wie beim Konsum von Drogen wird im Gehirn nach dem Verzehr von Zucker ​​auch das Belohnungssystem aktiviert. ​Der Botenstoff Dopamin beschert uns ein angenehmes Gefühl. Das steigert die Motivation, dieses Gefühl zu wiederholen - ein sinnvoller Mechanismus aus der Frühzeit der Menschheit, als der Konsum der raren süssen und dadurch kalorienreichen Speisen fürs Überleben notwendig war.

Bei Übergewichtigen scheint das Belohnungsareal des Gehirns ​stärker auf Bilder von Süssem zu reagieren als bei Normalgewichtigen - womöglich gibt es für die süsse Versuchung besonders anfällige Menschen. ​Dazu gibt es einen interessanten Film http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/macht-zucker-suechtig-100.html

Da durch den Konsum von Kristall- und Fruchtzucker der Blutzuckerspiegel rasch ansteigt und anschliessend auch genauso wieder schnell abfällt, stellt sich bald wieder Hunger ein. Wenn dieses Verlangen erneut mit Süssem gestillt wird, gerät man leicht in einen sehr ungünstigen Kreislauf.  

Viele Forscher betonen aber auch, dass die Neigung zu Süssem nicht allein mit Biochemie, sondern auch viel mit erlerntem Verhalten zu tun hat. Bei vielen werden Süssigkeiten ​von Kindesbeinen an als Belohnung, Trost und Geschenk eingesetzt.

Gewohnheiten hinterfragen

Es lohnt sich, seine eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen. Greife ich vermehrt zu Süssigkeiten bei Stress, Frust, Traurigkeit, Langeweile oder als Belohnung? Nicht nur der Zuckerkonsum, sondern auch als angenehm empfundene Erlebnisse führen zur Ausschüttung von „Glückshormonen“. Überlegen Sie, was Ihnen ausserhalb des Esskreises Freude und Kraft gibt. Vieles lässt sich im eigenen Alltag leichter umzusetzen als man denkt. Zum Beispiel: Ein Hörbuch hören, in einer Zeitschrift blättern, in den Garten gehen und den Duft von frischen Kräutern oder Blumen einatmen usw. 

Wählen Sie ​Aktivitäten, die zu Ihnen passen und ​Ihnen viel Freude bereiten. Was haben Sie schon länger nicht mehr bewusst getan?

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10 Tipps, wie du Zuckerfallen ganz einfach meiden kannst.

Dass wir alle zuviel Zucker essen, das wissen wir. Dass das Wissen alleine nicht reicht und dass die Umsetzung im Alltag der schwierige Teil ist, wissen wir auch.


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